PETER TUMA:

ZEITBILDER

Vernissage: Freitag, 27. März um 20 Uhr
Kunstkammer
Ausstellung: vom 28. März bis 10. Mai 2026
Fr. 16-18 Uhr | Sa. und So. 14-17 Uhr

Peter Tuma (*1938 im Landkreis Helmstedt) zählt zu den bedeutendsten zeitgenössischen Künstlern Norddeutschlands und blickt auf eine 60 Jahre umspannende Karriere als Maler und Zeichner zurück. Seine Teilnahme an der documenta 6 (1977) sowie zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland (u. a. Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Schweiz, Japan) zeugen von einer internationalen Laufbahn, die ihm viele Preise und Auszeichnungen beschert haben.

In seinen großformatigen Gemälden greift Peter Tuma erstmalig auf gefundene Medienbilder zurück – etwa aus TV-Reportagen, Überwachungs-, Kontroll- oder Spionagekameras oder anderen technisch erzeugten, gestörten oder verpixelten Quellen. Aus diesen Vorlagen extrahiert er einige Motive, vergrößert sie und kombiniert Bildmotive scheinbar zufällig miteinander. Durch diese Vorgehensweise entstehen Werke, die ein Gefühl von Irritation und Unwirklichkeit erzeugen.

Dieses Unbehagen ist jedoch kein Selbstzweck – es spiegelt vielmehr die tiefgreifenden gesellschaftlichen und politischen Veränderungen unserer Zeit wider. Tumas Bilder verweisen auf die Allgegenwart moderner Überwachungssysteme, auf die mediale Omnipräsenz von Krisen, Katastrophen und Kontrollverlust, aber auch auf Phänomene wie den Klimawandel oder die rasante Entwicklung Künstlicher Intelligenz.

Gerade die technischen Störungen, Unschärfen oder Bildbrüche, die aus der digitalen Produktion und Übermittlung resultieren, faszinieren den Künstler. Sie stehen für die Fragmentierung unserer medialen Wirklichkeit, für das Unfertige, das zwischen Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit oszilliert. Mit feinem sensorischem Gespür und einer Spur Ironie reagiert Tuma auf diese Bildwelten. Er transformiert sie mit klassischen malerischen Mitteln in vielschichtige Kompositionen, die formal ebenso kraftvoll wie inhaltlich präzise sind. Seine Werke verdichten sich dabei zu ikonischen Surrogaten unserer Gegenwart – als Reflexion und Kommentar auf eine visuell überreizte, technologisch überformte Welt.

Die Ausstellung wird kuratiert von Stefan Fahrnländer

1958–1962   Studium in Braunschweig und Lubljana/Slowenien bei Prof. Peter Voigt und Prof. Gabriel Stupica


1962   Rudolf-Wilke-Preis der Stadt Braunschweig


1966–1967   Rompreis »Villa Massimo«


1971   3. Preis für Grafik »Junges Forum«, Kunsthalle Bremen


1974–1975    Parispreis »Cité des Arts«


1977    Teilnahme documenta 6, Kassel


1982    Professur für künstlerische Grundlagen an der FH Hannover, Fachbereich Kunst und Design


1985    Studienaufenthalt in der Casa Baldi, Olevano Romano/talien


1985    Mitglied der Kunstkommission des MWK, Landesregierung Hannover


1988    Jurypreis der 3. Internationalen Biennale, Kairo/ Ägypten


1997    Übernahme einer Klasse für Malerei an der FH Hannover, FB Bildende Kunst


2003    Beendigung der Lehrtätigkeit


2023    Kunstpreis der SPD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag, Sprengel Museum Hannover


 

Diverse Ausstellungsbeteiligungen in Deutschland, Frankreich, Japan und anderen Ländern, unter anderem: Sprengel Museum , Hannover, NYCity Museum of Contemporary Art, Kunstverein Hannover, Hiroshima, Japan, Städtische Kunsthalle Recklinghausen, Foundation Nationale des Arts, Paris, documenta 6 Kassel, Kunsthalle Baden-Baden, Kunsthalle Berlin, Palazzo Strozzi, Florenz, Italien, Pratt-Graphic Center, New York sowie Grafikbiennalen in New York, Schweiz, Belgien und Vereinigtes Königreich.

Als Mitglied des Deutschen Künstlerbundes nahm Peter Tuma zwischen 1969 und 1992 an acht großen DKB-Jahresausstellungen teil.

 

Kunstkammer | Hahnenberger Straße 35-37, 29471 Gartow

Öffnungszeiten: Fr 16-18 Uhr | Sa und So 14-17 Uhr

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog

Kunstgenuss-Führung mit Sibylle Hauswaldt:
Samstag, 04. April um 16 Uhr

Gefördert durch: